Die Stressreaktion ist ein Mechanismus, der uns evolutionär gesehen hilft, bei kurzfristiger Belastung aktiviert und schnell in überlebenswichtigen Situationen zu reagieren. Im Stress haben wir eine schnellere Reaktionsfähigkeit, höhere muskuläre Aktiviertheit und bessere Sinneswahrnehmungen. Stress wirkt physiologisch auf das vegetative Nervensystem mit seinen beiden Antagonisten, dem Sympathikus (Aktion) und dem Parasympathikus (Regeneration) - sie regeln vereinfacht das gesunde Gleichgewicht zwischen innerer Anspannung und Entspannung. Im Vergleich zu den Anfängen der evolutionären Menschengeschichte sind die modernen Stressauslöser jedoch weniger für unser System greifbar und ein Gesellschaftssystem von Wachstum und Druck lässt immer mehr Menschen immer häufiger Stress erfahren. Dies führt zu andauerndem (chronischem) Stress, welcher negative Auswirkungen auf Körper und Psyche hat.
Körperliche und psychosomatische Folgen
von chronischem Stress:
• erhöhte Herzfrequenz / erhöhter Blutdruck
(bis hin zu erhöhtem Herzinfarktrisiko)
• Schwitzen
• Schwindelanfälle
• Kopfschmerzen
• chronische Müdigkeit / Schlafstörungen
• Zähneknirschen
• Verspannungen der Muskulatur,
insbesondere im Schulter-/Nackenbereich
• Angstgefühle, Antriebslosigkeit, Depression, Burn-out
• dysfunktionale Verdauung
• Infektanfälligkeit
• Erschöpfung
Chronischen Stress sollten wir vermeiden, doch das ist leichter gesagt als getan. Wichtig ist, sich regelmäßig Ruhe zu gönnen, sodass unser System aus dem Modus des Sympathikus – dem Fight-or-Flight-Modus – herauskommen kann. Hierzu gibt es mehrere Ansätze und Übungen, die diese Balance unterstützen können. In meinen Kursen vermittle ich sowohl konkrete Techniken wie PMR oder Atemübungen, als auch kleine Tricks und Übungen. Ebenso kann im Resilienzkurs Stress tiefgehender thematisiert werden. Stress kann sehr vielfältig angegangen werden, sodass sich eine individuelle Präferenz entwickelt und wir gemeinsam sicherlich Methoden für deine Bedürfnisse finden werden.
Ich unterscheide verschiedene Methodenkategorien der Stressbewältigung zur Übersicht:
Physiologisch-austricksende Entspannungsmethoden
Sie funktionieren über ein körperliches Austricksen: Wir nehmen eine körperliche Entspannungsreaktion ein, obwohl wir uns (noch) nicht entspannt fühlen. Dadurch denkt der Körper, dass wir gerade entspannt sind, und das macht uns dann tatsächlich entspannt.
Atemtechniken, Progressive Muskelrelaxation, Biofeedback und teilweise Autogenes Training.
Kognitiv-ablenkende Entspannungsmethoden
Sie funktionieren, indem wir uns von unserem Stress ablenken und uns auf Achtsamkeit – das Beobachten des Hier und Jetzt – konzentrieren.
Meditation, Fantasiereisen, Achtsamkeitsübungen und teilweise Autogenes Training.
Aktivierend-ausgleichende Entspannungsmethoden
Sie funktionieren, indem wir den Stress direkt abbauen und so einen Ausgleich in unserem System schaffen. Sowohl Fight als auch Flight hatten ursprünglich viel mit Bewegung zu tun, welche uns im modernen Stress jedoch fehlt. Bewegung bzw. das Ende derselben kann unserem Körper signalisieren, dass der Stress jetzt vorbei ist und Ruhe einkehren darf.
Yoga, Pilates, Gymnastik, Krafttraining, Ausdauertraining, Sport allgemein.
Psychisch-heilende Entspannungsmethoden
Sie funktionieren, indem sie die gedanklichen Auslöser des modernen Stresses aufarbeiten und langfristig zu einem geringeren Stressempfinden führen. Ein Beispiel hierfür wäre Perfektionismus, durch den unnötiger Stress empfunden wird, und bei dessen Aufarbeitung neue Ressourcen und mehr Selbstbewusstsein und Akzeptanz freigesetzt werden.
Resilienztraining, mentales Training, Verhaltenstherapie, Psychotherapie.
Diese Seite ist noch in Bearbeitung.